Angst vor dem Erröten, Erythrofobie,  Facial Blushing

 

 

 

Praktische Ratschläge für Patienten

 

 

Hyperhydrosis

Thorakoskopische Sympathektomie

für

Hyperhidrose

Eritrofobie oder Angst vor dem Erröten

 

Was ist die Eritrofobie

Die Angst vor dem Erröten ist auch Eritrofobie oder Ereutofobie genannt. Im Angelsächsischem Sprachgebrauch spricht man von facial blushing.
Erröten ist ein physiologischer Prozess der nach Anstrengungen, Hitze, oder Irritationen der Haut auftreten kann. Wenn das Erröten aber extreme Formen annimmt wie erröten in täglichen Situationen (z.B. Beim Zahlen beim Bäcker) ohne Grund oder auch nur bei einem Gedanken, dann können Konfliktsituationen entstehen die zur Isolierung der Person führen und zu einer Verarmung der menschlichen Kontakte. Ihr leben Lauft darauf hin errötender Situationen zu vermeiden um Konflikte mit sich selbst zu vermeiden, das führt zu einem Fluchtartigen Benehmen> in den Augen der anderen wirken diese Personen als scheu oder ängstlich ohne es aber in Wirklichkeit zu sein.

MANAGMENT DER ERITFOBIE

PSYCOTHERAPIE

Technisch kann das Erröten durch Gedankenkontrolle in Schach gehalten werden. Autogenes Training ist eine bevorzugte Behandlungsmöglichkeit. Auch Übungen vor dem Spiegel zum Herausfinden der auslösende Faktoren oder Übungen zur Steigerung des Selbstbewusstsein und Akzeptanz sind geeignet. Zu Hause oder in einem geschützten Milieu können diese Schutzmechanismen funktionieren, nicht aber in Stresssituationen (z.B. Streit mit dem Vorgesetzten). Die Psychotherapie ist der erste therapeutische Schritt und kann in leichten Fällen eine Besserung erzielen. Es ist auch die von den Ärzten meistens empfohlene Therapie.

MEDIKAMENTELLE THERAPIE

Falls Psychotherapie alleine nicht hilft kann man eine Medikamentelle Therapie dazugesellen.

Fluoxetine (ProzacÒ ) gehört zur Gruppe der  "specific serotonin reuptake inhibitor" o "SSRI" und ist wirkt indem es das Serotonin (Neurotrasmitter) im Hirn konstant haltet. Erlaubt eine positive und optimistische Vision der Dinge zu erhalten und unterbricht somit den „circulus vitiosus“ von Angst und Depression.

Das Clonidin (CatapressanÒ )ist ein Antihypertensivum mit zentraler Wirkung; kann eingesetzt werden eine ½ stunde vor einer  Situation, wo man theoretisch erröten könnet.

Propanolol (InderalÒ ) o Atenolol (TenorminÒ ): gehören zur Klasse der Betablocker welche Gefäßverengung hervorrufen und haben auch eine Angst hemmenden Effekt.

Das sind einige der gängigen Medikamente die alle Nebenwirkungen haben und nicht immer erfolgreich sind.

SIMPATHEKTOMIE 

Die Behandlung der Eritrofobie welche weder medikamentös noch psychologisch beeinflusst wird, ist chirurgisch. Es wird eine thorakoskopische Sympathektomie durchgeführt wobei nicht die Ganglien wie in der klassischen Sympathektomie entfernt werden, aber ein Clip oberhalb und unterhalb des 2 Ganglion (T2) gesetzt wird. Der obere Clip zur sicheren Beseitigung des sympathisch induzierten erröten ist knapp unterhalb des „Ganglion Stellatum“ zu setzten. Falls ein Kuntz Nerv gesehen wird , muss dieser auch geklippt werden. Die Erkennung des „Ganglion Stellatum“ (verantwortlich für ein Horner syndrom) ist eine Voraussetzung für ein sicheres operieren.  Der Clip hat den Vorteil keine wärmeinduzierte Nekrose der umliegenden Gewebe hervorzurufen. Er kann auch falls die Nebenwirkungen (kompensatorisches Schwitzen und trockene Hände zu lästig werden entfernt werden. Die Operation wird ambulant (70% der Patienten) oder kurzer Aufenthalt beidseitig durchgeführt. Zwei kleine Narben (5mm) werden im beharrten teil der Achselhöhle gesetzt . Die postoperative Erholungsphase dauert 2 Wochen. Sitzende Arbeiten können aber schon nach 4 tagen aufgenommen werden. Mit Sport ist 2-3 Wochen zu warten. Die Resultate sind gut: es kommt zu einer Reduzierung der Anfallshäufigkeit und Intensität um 80%.

Nicht alle Errötungen eignen sich für die Sympathektomie. Die Form die am besten anspricht ist die plötzlich auftauchende Rötung die über das ganze Gesicht verbreitet ist . Isolierte Rötungen im Hals und Mandibularbereich , wie auch zentrale Rötungen im Mund und Nasenbereich sind nicht so erfolgreich. Mit der Operation verschwindet die plötzlich auftauchende Rötung, nicht oder im geringeren Maße  die langsam kommende Rötung nach Anstrengungen oder Hitzeaussetzung.

Abgesehen von der Rötung erleben die Patienten postoperativ eine Öffnung des eigenen Charakter. Man ist nicht mehr gehemmt und geniest menschliche Kohntakte mit mehr Freiheit.

Einige Patienten beschreiben postoperativ ein Gefühl der „coolness“. Postoperativ ist ein psychologischer Aufwand notwendig um die jahrelang benützten Verhaltensmuster abzubauen.

HÄUFIGE FRAGEN?:

Erfolg? Die Erfolgsraten sind sehr gut falls die Indikation zur Operation korrekt ist

Krankenhausaufenthalt? Der eingriff wird ambulant oder "short stay (eine nacht durchgeführt)

Wo kann ich operiert werden? In Brescia (neben Mailand) an der St’ Anna Klinik

Komplikationen?

Die endoskopische Sympathektomie ist durch hohe Sicherheit und einer sehr geringen Komplikationsrate gekennzeichnet.

·        Horners Syndrom: Die gefürchtetste aber auch extrem seltene Komplikation, die wegen eines gesenkten Oberlids zu einer Asymmetrie des Gesichts führen kann. Sie entsteht bei Schädigung des Ganglion stellatum, des untersten Halsganglion bzw. obersten Brustganglions des sympathischen Grenzstrangs, kann jedoch leicht vermieden werden, wenn der Chirurg die Ganglien genauestens identifiziert und die richtige Technik verwendet.

  • Blutung und Infektion und tiefe Beinvevenenthrombose: Kommt bei erfahrenen Chirurgen kaum vor. Eine Blutung kann aus der a. intercostalis stammen oder aus einer vene in der Naehe des N. Sympathicus (kann auch gross sein!). Wird dann mittels einer Naht gestillt oder Thermocoagulation. Die Infektion der wunde wird mit Antibiotika behandelt und eine Thrombose (sehr selten) wird wie üblich mit elastischen Verband und Antikoagulation behandelt. Diese Komplikationen sind extrem selten in erfahrenen Händen. Können aber auftreten. In diesem Sinne gibt es keinen 100% sicheren Eingriff..
  • Pneumothorax: Es handelt sich dabei um einen Rest von Kohlendioxid oder Luft zwischen Lunge und Brustwand, entweder aufgrund unvollständiger Absaugen des Gases oder zufolge einer kleinen Verletzung der Lunge. Ein kleinerer Pneumothorax benötigt keine besonderen Maßnahmen, sondern verschwindet binnen weniger Stunden bis 1-2 Tagen von selbst. Ein größerer Pneumothorax (seltenes Vorkommnis) sollte mit einer Drainage 1Tage lang abgesaugt werden. Auch diese Komplikation kann fast immer durch sorgfältiges Vorgehen beim Einführen der Instrumente bzw. beim Absaugen des Gases vermieden werden.

Nebenwirkungen?

Nach an den Eingriff bemerken alle (100%) Patienten  eine Zunahme der Schweißabsonderung (kompensatorisches Schwitzen).Diese ist statistisch gesehen am häufigsten am Rücken lokalisiert dann an den Beinen. Inguinalregion, Bauch. Dieses Phänomen wird meist durch körperliche Anstrengung oder hohe Außentemperaturen ausgelöst, d. h. in Situationen, in denen der Körper eine Senkung der Körpertemperatur erfordert..
Bei vielen Patienten nimmt das Schwitzen leicht oder mäßiggradig zu und wird von diesen als erträglicher erlebt als der ursprüngliche Zustand.
In unseren Breitengraden wird das kompensatorisches Schwitzen nur ausnahmsweise als störend empfunden (es kann aber sogar soweit gehen, dass man den Eingriff am liebsten rückgängig machen möchte). Diese Entwicklung lässt sich leider nicht durch präoperative diagnostische Maßnahmen vorhersagen, wir wissen aber das Alter über 40,  männliches Geschlecht,  schon bestehendes Schwitzen am Rücken und muskulärer Körperbau Risikofaktoren sind.

In einzelnen Fällen beobachtet man, dass das kompensatorisches Schwitzen im Laufe von Monaten wieder etwas abflaut, in vielen Fällen tritt jedoch keine Besserung ein.
Falls das kompensatorische Schwitzen solche Ausmaße erreicht ist eine medikamentöse Therapie mit Atropin Präparaten (robinul, ditropan hilfreich, besonders wenn die Situationen bei denen das Schwitzen auftretet bekannt sind (z.B. Nachmittag Anstrengung Mitte August). Das Kompensatorische Schwitzen wird aber erfahrungsgemäß als kleineres Übel empfunden.

30 bis 40 % der Patienten berichten über gustatorisches Schwitzen (Schwitzen am Gesicht nach Einnahme von gewissen Nahrungsmittel)

Eine kleine Anzahl von Patienten berichtet über thermoregolatorische Probleme (Überhitzung im Kopfbereich und Unterkühlung an den Extremitäten).

Andere negative Langzeiteffekte der Sympathektomie sind nicht bekannt. Das ist durch mehrere Prospektive Studien, auch über 18 Jahren, beweisen
Vor der Entscheidung sollte man deshalb exakt Vorteile und Nachteile der Sympathektomie auf die Waagschale legen

Kontraindikationen?

  • Schwere Herzkreislauf- oder Lungeninsuffizienz
  • Zustände nach schweren Erkrankungen des Brustfells mit dichten Verwachsungen des Pleuraraums, wie nach TBC, Empyem u ä

 

 

 

 

 

 

Adresse

Dr Alberto Giudiceandrea

Allgemein und und Gefäßchirurg

email: agiudi@yahoo.com

Praxis: BOZEN, Raingasse 26 tel ++39 0471 312343 oder ++39 333 3740186

 

Links

Das sind meine beliebtesten Links für eine " evidence based medicine"

Medline

Presentations at the 4th International Symposium on Sympathetic Surgery in Tampere 2001 

Presentations at the 3rd International Symposium on Symathetic Surgery in Japan in 1999

Curriculum vitae

Schwedischer Verein der Patienten  die durch Sympathektomie  geschaedigt wurden